Patellaluxation bei Hunden – unsere Erfahrung mit Lucy

Patellaluxation beim kleinen Hund – Lucys zwei Operationen und was wir daraus gelernt haben
Es gibt Erfahrungen mit unseren Hunden, die man nie vergisst.
Bei unserer Lucy begann alles damit, dass sie plötzlich ein Hinterbein hochzog und immer häufiger nur noch auf drei Beinen lief. Zunächst hofften wir natürlich, dass sie sich vielleicht nur vertreten hatte. Doch ziemlich schnell wurde deutlich, dass etwas nicht stimmte.
Der Tierarzt stellte bei Lucy eine Patellaluxation an beiden Knien fest – an einem Knie Grad 4, am anderen Grad 3.
Für uns war das ein Schock.
Lucy war ein winziger Hund, und plötzlich mussten wir verstehen, dass nicht nur ein Knie behandelt werden musste. Beide Kniescheiben waren so stark betroffen, dass zwei Operationen notwendig wurden.
Die Eingriffe fanden mit mehreren Monaten Abstand statt. Damit mussten wir das, wovor wir beim ersten Mal so große Angst hatten, ein zweites Mal erleben: Lucy beim Tierarzt abgeben, ihr erneut eine Narkose zumuten und darauf vertrauen, dass alles gutgehen würde.
Lucy hat zwei Patellaluxations-Operationen durchgestanden – und wir sind diesen Weg zweimal gemeinsam mit ihr gegangen.
Heute liegt diese Zeit viele Jahre zurück. Aber sie hat unseren Blick auf kleine Hunde, auf Bewegung, Kälte und später auch auf die Entwicklung unserer Hundebekleidung entscheidend verändert.
Deshalb möchte ich unsere Erfahrung heute teilen – besonders mit Menschen, deren eigener Hund vielleicht gerade vor einer ähnlichen Diagnose steht.
Was bedeutet Patellaluxation beim Hund?
Die Patella ist die Kniescheibe. Normalerweise bewegt sie sich beim Beugen und Strecken des Beines in einer dafür vorgesehenen Führung im Kniegelenk. Bei einer Patellaluxation verlässt die Kniescheibe diese normale Position.
Gerade bei kleinen und sehr kleinen Hunden kommt dieses Problem häufig vor. Ein typisches Zeichen kann sein, dass der Hund plötzlich ein Hinterbein hochzieht, einige Schritte auf drei Beinen läuft und danach scheinbar wieder normal weitergeht. Auch dass beide Knie betroffen sind, ist bei Patellaluxation keineswegs außergewöhnlich. Das American College of Veterinary Surgeons beschreibt eine beidseitige Beteiligung bei etwa der Hälfte der Fälle.
Natürlich kann ein Hund aus vielen unterschiedlichen Gründen lahmen oder ein Bein hochziehen. Wenn dieses Verhalten wiederholt auftritt, sollte die Ursache deshalb immer tierärztlich abgeklärt werden.
Zwei Operationen – und jedes Mal dieselbe Angst
Beim ersten Eingriff wussten wir überhaupt nicht, was uns erwartet.
Lucy war so klein und zart, und natürlich machte uns besonders die Narkose Angst. Gleichzeitig wussten wir, dass wir ihr die bestmögliche Chance geben wollten, sich wieder stabil bewegen zu können.
Zum Glück verlief die Operation gut.
Doch einige Monate später mussten wir diese Situation noch einmal durchleben, weil auch das zweite Knie operiert werden musste.
Beim zweiten Mal war die Angst nicht kleiner. Vielleicht sogar im Gegenteil. Nun wussten wir bereits, wie anstrengend nicht nur eine Operation, sondern auch die Wochen danach sein können.
Und genau diese Zeit nach den Eingriffen hat uns besonders viel gelehrt.
Nach der Operation war nicht plötzlich alles wieder normal
Lucy hatte sich bereits daran gewöhnt, das betroffene Bein zu entlasten. Auch nach einer erfolgreichen Operation benutzte sie ihr Hinterbein deshalb zunächst nicht selbstverständlich wieder.
Sie versuchte weiterhin häufig, auf drei Beinen zu laufen.
Das war für uns schwer anzusehen, weil wir natürlich gehofft hatten, dass nach der Operation alles sofort besser werden würde.
Heute wissen wir: Bei einem orthopädischen Eingriff endet die Behandlung nicht unbedingt mit der Operation. Muskulatur kann bereits abgebaut sein, Bewegungsabläufe haben sich verändert und das Bein muss kontrolliert wieder in die normale Bewegung integriert werden.
Deshalb sollte die Belastung nach einer Operation immer individuell mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden; je nach Hund kann auch Physiotherapie beziehungsweise ein gezielter Bewegungs- und Muskelaufbau sinnvoll sein.
Mäntel mit Beinen gehörten bei Lucy schon vorher zum Alltag
Ein Punkt ist mir bei unserer Geschichte besonders wichtig:
Lucy trug Mäntel mit Beinen nicht erst nach ihrer Patellaluxation.
Sie war schon vorher ein extrem kälteempfindlicher Hund. Sie hat wenig schützende Unterwolle und einen sehr empfindlichen, fast nackten Bauch. Deshalb hatten wir bereits früh festgestellt, dass klassische Mäntel, die hauptsächlich Rücken und Rumpf abdecken, für Lucy häufig nicht das waren, was wir uns gewünscht hatten.
Bei vergleichbarem Material bedecken unsere Mäntel mit Beinen deutlich mehr Körperfläche als Modelle ohne Beine – und sind dadurch für Lucy auch deutlich wärmer.
Deshalb besitzt sie bis heute fast ausschließlich Mäntel mit Beinen.
Im Winter trägt sie natürlich warme, gefütterte Varianten. Aber selbst bei ihrem leichten Regenmantel für wärmere oder wechselhafte Tage wählen wir für sie ein Modell mit Beinen.
Nicht weil Lucy immer möglichst dick eingepackt werden soll.
Sondern weil wir bei ihr möglichst viel von ihrem empfindlichen Körper vor Wind, Kälte und Nässe schützen möchten.
Nach den Operationen bekam das Thema Wärme noch einmal eine andere Bedeutung
Als wir Lucy nach der tierärztlichen Behandlung abholten, bekamen wir für Lucy persönlich den Hinweis, auch langfristig darauf zu achten, ihre Beine beziehungsweise die Bereiche ihrer Gelenke bei Kälte gut zu schützen.
Diese Empfehlung ist uns bis heute im Gedächtnis geblieben.
Für uns bestätigte sie im Grunde etwas, das wir schon vor der Operation intuitiv gemacht hatten: Bei Lucy wollten wir nicht nur den Rücken bedecken. Uns waren auch Bauch und Beine wichtig.
Genau deshalb ist der Mantel mit Beinen für sie bis heute unsere bevorzugte Lösung.
Dabei möchte ich aber eine klare Grenze ziehen:
Ein Hundemantel behandelt keine Patellaluxation.
Er repariert kein Knie und ersetzt weder Tierarzt noch Physiotherapie. Nach einer frischen Operation muss außerdem immer geklärt werden, wann überhaupt wieder Kleidung getragen werden darf.
Ein gut sitzender Mantel kann bei einem sehr kälteempfindlichen Hund aber mehr Körperbereiche vor Kälte, Wind und – je nach Material – Nässe schützen.
Und genau darum geht es bei Lucy.
Eine Beobachtung, die uns damals sehr berührt hat
Während ihrer Genesung bemerkten wir außerdem etwas, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
Wenn Lucy ihren Anzug mit Beinen trug, begann sie das zuvor häufig hochgezogene Hinterbein immer öfter wieder einzusetzen. Nach und nach wurde ihr Bewegungsbild gleichmäßiger und mit der Zeit kam auch Muskulatur zurück.
Für uns war das damals ein unglaublich wichtiger Moment.
Aber auch hier gilt: Das ist unsere persönliche Erfahrung mit Lucy und keine Therapieempfehlung.
Ich würde heute niemals sagen: Ziehen Sie einem frisch operierten Hund einen Overall an, damit er sein Bein benutzt. Wie und wann ein operiertes Bein wieder belastet werden soll, gehört in die Hände des behandelnden Tierarztes oder einer qualifizierten Tierphysiotherapie.
Was diese Erfahrung aber tatsächlich verändert hat, war unser Blick auf Hundebekleidung.
Wir haben begonnen, sehr viel genauer hinzusehen.
Hundebekleidung muss mehr können als schön aussehen
Plötzlich beschäftigten uns Fragen, die später auch für Lucy & Fly entscheidend wurden:
Kann sich Lucy in einem Mantel mit Beinen wirklich frei bewegen? Sitzen die Beine richtig? Bleibt ihr Bauch geschützt? Spannt der Stoff beim Laufen? Verrutscht etwas? Und warum sollte eigentlich derselbe Schnitt für völlig unterschiedlich gebaute kleine Hunde funktionieren?
Viele unserer heutigen Lösungen sind genau aus solchen Erfahrungen entstanden.
Denn ein Yorkshire Terrier ist anders gebaut als ein Dackel. Ein Hund mit breiter Brust braucht einen anderen Schnitt als ein sehr schmaler Hund. Und nicht jeder Hund fühlt sich in Kleidung mit Beinen gleichermaßen wohl.
Deshalb haben wir bei Lucy & Fly unterschiedliche Modelle, Schnitte und Maßtabellen entwickelt.
Warum wir Mäntel mit Beinen besonders für kälteempfindliche Hunde lieben
Nicht jeder Hund braucht einen Mantel mit Beinen.
Aber bei sehr kleinen, dünn behaarten oder ausgesprochen kälteempfindlichen Hunden kann die zusätzliche Abdeckung einen großen Unterschied machen.
Unsere Modelle mit Beinen schützen mehr Körperfläche als vergleichbare Varianten ohne Beine und bedecken – je nach Modell – zusätzlich Teile der Beine sowie Bauch und Rumpf.
Genau deshalb tragen wir sie bei Lucy so konsequent.
Nicht, weil wir einen „Mantel gegen Patellaluxation“ anbieten würden.
Sondern weil Lucy ein Hund ist, der besonders viel Wärme und Schutz benötigt – und sich gleichzeitig darin gut bewegen können soll.
Diese Unterscheidung ist für uns entscheidend.
Was Lucy uns wirklich beigebracht hat
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, denke ich nicht nur an zwei Operationen.
Ich denke daran, wie viel wir durch diesen kleinen Hund gelernt haben.
Wir haben gelernt, Veränderungen im Gangbild ernst zu nehmen. Wir haben verstanden, dass Genesung Geduld braucht. Und wir haben gelernt, dass ein Hund nicht einfach irgendeine Standardlösung braucht, sondern eine Lösung, die zu seinem Körper, seiner Vorgeschichte und seinen individuellen Bedürfnissen passt.
Genau diese Denkweise hat später auch Lucy & Fly geprägt.
Viele unserer Produkte sind nicht entstanden, weil wir am Schreibtisch beschlossen haben, noch einen Hundemantel zu entwickeln.
Sie entstanden aus ganz konkreten Fragen, die wir zuerst wegen unserer eigenen Hunde gestellt haben.
Und häufig begann alles mit einer einzigen:
Was braucht Lucy eigentlich, damit sie sich draußen wirklich wohlfühlt?
Vielleicht erkennen Sie Ihren eigenen Hund in Lucys Geschichte wieder
Vielleicht wurde bei Ihrem kleinen Hund ebenfalls eine Patellaluxation festgestellt. Vielleicht liegen eine oder sogar mehrere Operationen bereits hinter Ihnen. Oder vielleicht haben Sie unabhängig davon einen sehr kleinen, dünn behaarten oder kälteempfindlichen Hund und suchen schon lange nach einem Mantel, der mehr schützt als nur den Rücken.
Dann lohnt es sich, nicht einfach nur auf eine Größe zu schauen.
Überlegen Sie: Wie ist Ihr Hund gebaut? Welche Bereiche sollen besonders geschützt sein? Wie empfindlich reagiert er auf Kälte? Fühlt er sich in Kleidung mit Beinen wohl? Und welcher Schnitt erlaubt ihm eine natürliche Bewegung?
Bei Lucy & Fly finden Sie deshalb sowohl Hundemäntel mit Beinen als auch Modelle ohne Beine sowie unterschiedliche Passformen für unterschiedliche Körperformen.
Unter diesem Artikel zeigen wir Ihnen einige unserer Modelle. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Variante für Ihren Hund passen könnte, beraten wir Sie gerne persönlich.
Denn für uns geht es nicht darum, irgendeinen Mantel zu verkaufen.
Es geht darum, den richtigen Schutz für genau diesen Hund zu finden.
Ihr Hund kennt Mäntel mit Beinen noch nicht?
Falls Ihr kleiner Schatz einen Mantel mit Beinen bisher nicht gewohnt ist, lesen Sie gerne auch unseren Ratgeber „Hundemäntel mit Beinen – wie Ihr Hund sich daran gewöhnt“. Dort zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie Ihren Hund ruhig und ohne unnötigen Druck an diese Art von Kleidung gewöhnen können.
Unsere persönliche Botschaft an Sie
Wenn Sie diesen Artikel gerade lesen, weil Ihr eigener Hund eine ähnliche Diagnose bekommen hat, kennen wir wahrscheinlich einen Teil Ihrer Sorgen.
Wir haben Lucy zweimal zur Operation bringen müssen. Zweimal hatten wir Angst vor der Narkose. Zweimal begann danach die Zeit des Wartens, Beobachtens und Hoffens.
Heute sehen wir aber nicht zuerst einen Hund, der zwei Patellaluxations-Operationen hatte.
Wir sehen einfach unsere Lucy.
Unsere kleine Muse, unsere Namensgeberin und einen der wichtigsten Gründe dafür, dass Lucy & Fly überhaupt entstanden ist.
Und vielleicht hat sie uns genau dadurch eine der wichtigsten Lektionen unserer Arbeit beigebracht:
Manchmal entstehen die besten Lösungen aus den Problemen, die man für den eigenen Hund unbedingt lösen möchte.
Bleiben Sie und Ihre kleinen Schätze gesund und genießen Sie viele schöne gemeinsame Wege.
Ganz herzliche Grüße
Nataly Löblein
Lucy & Fly